Filmkunst 2011-04 im dualen System

25. November 2011 by  

fkt11-04_flyer_neustadt1Es ist soweit: der neue Filmkunstabspielring beginnt in Kürze (Spielwoche 01.12.2011) und es ist zudem die erste Staffel, die im „Hybrid“ System läuft – analog und digital.
Konkret heißt dies ab Anfang Dezember, dass die derzeit über 30 Kinos sowohl mit DCPs als auch mit 35mm Kopien beliefert werden. Dabei spielen z.Zt. sechs Kinos ausschließlich alle Filme rein digital ab und testen den Umgang und das Handling. Wie bereits seit Jahren erprobt werden auch hier die DCPs via Post/Spedition zum nächsten Kino geschickt. Lediglich die Keys werden gegebenfalls separat erstellt und zugesandt.

Zu den Filmen in dieser Staffel zählen unter anderem die englische Komödie „The Guard“, Woody Allens Abräumer „Midnight in Paris“, Aki Kaurusmäkis aktuelles Meisterwerk „Le Havre“ und wirklich sehr geniale US-Film zur Wirtschaftskrise „Margin Call“. Last but not least kommen zumindest die „digitalen“ Kinos endlich in den Genuß, Wim Wenders „Pina“ in 3D zu spielen.

Aber … das digitale Kino bzw. die Umstellung macht nicht nur Spaß und man wird sehen, wie es sich entwickelt.

Beim Aushandeln und bei der Filmauswahl konnte man früh erkennen, dass noch lange nicht alle Fragen geklärt sind und dass auch die Verleiher untereinander neu rechnen müssen. Die Geschäftsmodelle haben sich verändert. So entstehen plötzlich Kosten für das Key Management, die es im analogen Zeitalter nicht gab. Dies sind auch Kosten, die zumeist extern anfallen, sprich nicht „wegverhandelt“ werden können.
Und auch die frühen Segnungen des digitalen Kinos, wie z.B. der leichte und schnelle Umgang mit Sprachfassungen etc. sieht in der Praxis wesentlich anders aus. Was theoretisch möglich ist, wird in der Praxis aus Kostengründen noch lange nicht automatisch gemacht.

Klar ist sicherlich, dass auch nach wie vor die Relevanz für die Abspielringe gegeben ist. Nach wie vor ist die externe Vergabe der Filmauswahl für viele Kinos ein entscheidendes Argument, zumal die Agentur zusätzlich die Erstellung von Werbematerial anbietet. Hinzu kommen die Mindestgarantien. Nach wie vor scheitert das Abspiel anspruchsvoller Filmkunst/Arthaus-Filme genau daran, weshalb das gemeinsame Aushandeln im Rahmen eines Abspielrings immer noch sinnvoll ist – auch im digitalen Abspiel.

Was heißt das nun alles für die Zukunft?
Die Abspielringe gehen weiter – und zwar vermehrt mit dualem System. Im Bereich der Filmkunst ist es nun das Ziel, nach einem „Testbetrieb“ weitere Kinos zu gewinnen, die auf die digitale Umstellung gewartet haben und Stück für Stück weitere Kinos vom analogen in den digitalen Bereich zu ziehen.

Rückfragen dazu sind natürlich immer gewünscht.


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